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Mit Energiecontrolling Verbrauch senken

Wenn aus dem Pastorat ein Büro wird - Wie lässt sich der Energieverbrauch senken?

Rückgang des Wärmeverbrauchs im Pastorat der KG Reinfeld

Es kommt regelmäßig vor, dass Pfarrwohnungen oder Pastorate vorübergehend leer stehen. Manchmal vergehen etliche Monate, bevor die Gebäude wieder vollständig genutzt werden. So war es auch in der Kirchengemeinde Reinfeld im Kirchenkreis Plön-Segeberg. Im Pastorat wurde seit längerem nur noch das Amtszimmer jeweils vormittags genutzt, der Rest des Hauses stand leer, die Heizungen im Wohnbereich waren runtergedreht. Als aber der Gasverbrauch im Vergleich zum Vorjahr nicht sank, wurde die Gemeindesekretärin stutzig und bat den Klimaschutzmanager des Kirchenkreises um Rat.

Die anschließend umgesetzten Maßnahmen waren einfach und hatten durchschlagenden Erfolg: Noch während der gemeinsamen Besichtigung wurde im Heizungskeller die Regelung des Heizkessels angepasst und die Nachtabsenkung auf 14:00 bis 6:00 Uhr programmiert. Außerdem wurde die Grundtemperatur im gesamten Gebäude von 19°C auf 17°C gesenkt. Wie die Auswertung aus dem Energiecontrolling zeigt, sparte dieser erste Schritt im Monat Februar 2021 bereits 15% des Gasverbrauchs ein (s. Grafik, durch Anklicken vergrößern).

Im zweiten Schritt legte der örtliche Heizungsbauer den zentralen Trinkwarmwasserspeicher still. Im Toilettenraum neben dem Amtszimmer sollte stattdessen ein Untertisch-Warmwasserspeicher installiert werden. Das erübrigte sich jedoch, weil die Pastorin auf das warme Wasser zum Händewaschen verzichtete. Im März sparten die Maßnahmen zusammen 40% des Gasverbrauchs im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. Für die Kirchengemeinde erwuchsen daraus letzten Endes keinerlei Kosten, weil der Heizungsbauer seine Dienste nicht in Rechnung stellte.

Übers Jahr betrachtet kann mit einer Einsparung von 30% des Energieverbrauchs gerechnet werden. Die Kirchengemeinde spart dadurch Energiekosten von etwa 800 € im Jahr, inklusive 70 € für den CO2-Preis auf Gasbrennstoffe.

Pastorat der Kirchengemeinde Reinfeld

Energiecontrolling deckt kostspielige Fehlfunktion einer Wärmepumpe auf

Mit einem systematischen Energiecontrolling wird ein unerwartet hoher Energieverbrauch schnell bemerkt. Das ist besonders bei Wärmepumpen von Vorteil:

Damit Wärmepumpen effizient arbeiten, sollte die Jahresarbeitszahl JAZ über 3,5 liegen. Die JAZ gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe bei einem Verbrauch von 1 kWh Strom erzeugt. Dieses Beispiel einer Kita im Kirchenkreis Hamburg-Ost zeigt, dass die Wärmepumpe zunächst fast optimal lief (vgl. Grafik, gelbe Linie, JAZ 2016 und 2017 bei ca. 3), dann aber im Jahr 2018 nicht mehr effizient war (JAZ ca. 1,4). Als Ursache stellte sich ein technischer Defekt heraus, der dazu führte, dass die Wärmepumpe direkt mit Strom heizte ohne die Umweltwärme auszunutzen. Weil es in der Kita weiterhin warm wurde, fiel der Defekt im täglichen Betrieb nicht auf. Erst die Ergebnisse aus dem Verbrauchsmonitoring im Rahmen des Energiecontrolling durch den Kirchenkreis deckte die Fehlfunktion auf. Zusammen mit der Reparatur der Wärmepumpe wurden gleichzeitig die Betriebseinstellungen optimiert. Seither arbeitet die Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 deutlich effizienter.

Da Strom teuer ist und ein unbeabsichtigter Mehrverbrauch die Kosten schnell in die Höhe treibt, lohnt sich das Monitoring von Wärmepumpen ganz besonders. Bei dieser Kita entstanden durch die defekte Wärmepumpe Mehrkosten für den Stromverbrauch in Höhe von mehr als 5.000 € und damit mehr als doppelt so hohe Betriebskosten für die Wärmepumpe als üblich (vgl. graue Säulen in der Grafik). Um Defekte schnell erkennen zu können, ist ein engmaschiges Verbrauchsmonitoring gerade bei Wärmepumpen besonders empfehlenswert.

Auch die Auswirkungen für die CO2-Bilanz durch defekte Wärmepumpen sind erheblich. Legt man den Strombezug aus dem bundesdeutschen Netz zugrunde, sind aufgrund der Fehlfunktion zusätzliche Treibhausgasemissionen von 7,5 Tonnen entstanden.

Grafik Energieverbrauch bei defekter Wärmepumpe
Energiekostenentwicklung vor und nach Wärmepumpendefekt

Grafiken durch Draufklicken vergrößern

Mit Heizlastberechnung bares Geld sparen und das Klima schützen

Mit einer Heizlastberechnung ist erstmal ein zusätzlicher Aufwand verbunden, aber der zahlt sich sehr schnell aus. Das zeigt die Erfahrung im Kirchenkreis Hamburg-Ost.

Sinnvoll ist die Heizlastberechnung zur Planung der Heizungserneuerung. Denn damit läßt sich feststellen, wieviel Wärme tatsächlich benötigt wird, um eine Gebäude zu beheizen, und wie groß dementsprechend der Heizkessel ausgelegt werden muss. Die Erfahrung zeigt, dass bei einer bloßen Schätzung die Größe oft überdimensioniert wird. Kann hingegen ein kleinerer Kessel eingebaut werden, sinken auch die Investitionskosten für die neue Heizung.

Zusätzliche Einsparungen entstehen, wenn auf der Basis der Heizlastberechnung die Heizungsanlage hydraulisch abgeglichen wird. Je nach Ausgangslage kann das insgesamt Energieeinsparungen von 20% mit sich bringen. Das zahlt sich auch längerfristig in der jährlichen Energierechnung aus und hat positive Effekte für den Klimaschutz.

 

 

Einsparungen nach Heizlastberechnung und hydraulischem Abgleich in Hamburger Gemeindezentrum
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Die Zahlen überzeugen: Beispiel einer Heizungserneuerung in einem Gemeindezentrum einer Hamburger Kirchengemeinde