


Die Klima-Ausstellung hat ein stark partizipatives Konzept, bei dem auf traditionelle Infotafeln weitgehend verzichtet wird, Stichwort: Mitmach-Ausstellung – Wissensvermittlung mit Aha-Effekt. Die Ausstellung setzt durch didaktisch ausgereifte Module und interaktive Lernmethoden einen Fokus auf die Bewusstseinsbildung der Jugend als zukünftige Entscheidungsträger, spricht aber dennoch auch generell die interessierte Öffentlichkeit an und lädt alle zum Mitmachen und Nachdenken ein. So können sowohl Gruppen als auch Einzelpersonen die Ausstellung nutzen.
Es ist für jeden ganz einfach und sogar lohnend, im Alltag das Klima zu schützen. Dies zeigt die Wanderausstellung sehr plakativ. Verbraucher treffen täglich Entscheidungen, die das Klima beeinflussen - vom Einkauf über die Wahl des Verkehrsmittels bis zum Heizen und Lüften. Der Beitrag jedes Einzelnen zählt – jede gesparte Kilowattstunde, jeder nicht verbrauchte Liter Benzin, vermeidet in der Summe vieler Einzelbeiträge viele Tonnen Treibhausgase.
Die Ausstellung will wesentlich dazu beitragen, dass
• ein Bewusstsein für Verantwortlichkeit des Einzelnen und der Gemeinschaft, zwischen den Generationen und im Verhältnis zu Umwelt und Natur in Bezug auf denMenschengemachten Klimawandel ausgebildet wird;
• ein klimafreundlicherer Umgang mit Energienutzung und Treibhausgasemissionen erreicht wird (Tipps zu Energieversorgung, Gebäudenutzung, Ausgleich der durch Reisen verursachten CO2-Emissionen, Mobilität, Beschaffung etc.) erreicht wird;
• Handlungsoptionen jedes Einzelnen zur Reduktion von CO2-Emissionen aufgezeigt werden;
• sich in den Regionen gesellschaftliche Netzwerke zum Thema Klimawandel bilden.
Die Klima-Ausstellung wird ab September 2011 für zwei Jahre in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern präsentiert werden.
An den jeweiligen Orten wird sie ca. 4-6 Wochen stehen und mit einem entsprechenden Rahmenprogramm zur Bewusstseinsbildung über Klimawandel (Prävention und Anpassung) und Klimagerechtigkeit beitragen. In diesen Wochen wirkt die Ausstellung als Kristallisationspunkt und stellt so die Themen Klimagerechtigkeit und Klimaschutz für diese Zeit in das Zentrum des öffentlichen Interesses in der Region.
Zur Vorbereitung organisieren sich lokale Netzwerke aus Behörden, Kirchenkreis und Kirchengemeinden, Schulen, Umweltverbänden, Verbraucherzentralen u.Ä. Diese Vernetzungsarbeit sowie die Organisation des Rahmenprogramms übernimmt die Klimakampagne (in Abstimmung mit dem Gastgeber). Die Ausstellung wird organisatorisch und didaktisch begleitet und betreut durch einen speziell ausgebildeten Mitarbeiter der Klimakampagne.
Zielgruppen:
- Schulklassen (ab Sek I)
- Kinder- und Jugendgruppen (ab 12 Jahren)
- Umweltgruppen und - initiativen
- Interessierte Öffentlichkeit
Die Ausstellung setzt sich aus folgenden Räumen/Modulen zusammen:
- Aufbau von Basiswissen zum Thema Klima, Auswirkungen des Klimawandels und Klimaschutz
- Klimawandel jetzt – was habe ich damit zu tun? Globales Lernen und Klimagerechtigkeit.
- Was passiert, wenn wir so weitermachen? Szenarien zu Folgen des Klimawandels
- Es geht auch anders! Szenarien zur Bewusstseinsschaffung / Eigenes Handeln / Kollektives Handeln
- Kirche für Klima: Bewahrung der Schöpfung (Umwelt und Natur), Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Verantwortung.
Die Module sind nicht durch Wände o.Ä. abgeteilt, sondern werden durch auf dem Boden liegende Matten gekennzeichnet und optisch begrenzt.
Ansprechpartner:
Kirche für Klima
Die Klimakampagne der Nordelbischen Kirche
Stefanie Maur-Weiss
Tel. 0151 – 42225312
Mail: presse.klimakampagne@nordelbien.de
Rede zur Eröffnung der Ausstellung am Lise-Meitner-Gymnasium in Hamburg-Flottbek
Die Rede wurde geschrieben und gehalten von Niklas, Sebastian, Nassim. Hamburg, 8.12.2011
Ia. (Niklas):
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Mitschüler,
wir begrüßen Sie gerne alle herzlich zur Eröffnung der Klimaausstellung der Nordelbischen Kirche unterdem Titel „Der Achte Tag“ in den Räumen unserer Schule.
Wir freuen uns, auch unsere heutigen GästeFrau Maur-Weiss als Vertreterin der Nordelbischen Kirche, und Herrn Schacht vom Osdorfer Kurier, herzlich zu begrüßen.
(usw. je nachdem, wer uns mit Anwesenheit beehrt, und es nützlich für alle Anwesenden ist, von deren Anwesenheit zu erfahren)begrüßen zu dürfen.
Die Gretchenfrage unseres Jahrhunderts lautet, schafft es die Menschheit, ihr inzwischen leider immer wahrscheinlicheres Versagen bei der Verhinderung eines vermutlich katastrophalen Klimawandels durch immer noch mögliches, rechtzeitiges Handeln zu verhindern.
Nach Kyoto, Kopenhagen u.a. internationalen Klimakonferenzen endet morgen eine in Durban, Südafrika. Die Weltgemeinschaft steht dennoch mit fast leeren Händen da, durchgeschüttelt von nicht bewältigten Finanzkrisen, nationalen Egoismen und Schuldenhypotheken aus Zeiten, in denen man dachte, es ließe sich immer weiter ohne Rücksicht auf unsere begrenzte Erde feiern, Luxus konsumieren, und Aufrüstung überall in der Welt finanzieren.
II a. (Sebastian):
Ja, wir alle sündigen oder würden, wenn wir denn könnten, und wir fordern mehr Willen und Enthusiasmus, sich zu Zügeln, zu kontrollieren, umzudenken und verantwortlich zu handeln.
Nun suchen die so genannten Klimaskeptiker anzuprangern, die Klimawarner verbreiteten eine Ersatzreligion die den Menschen Konsumverzicht und die Schuld einreden will, damit eine angebliche Klimaforscherlobby und Verkäufer von Erneuerbaren Energien ihre Geschäfte machen.
Die Frage „Cui bono?“ – „Wem zum Nutzen?“ sollte sich jeder aufgeklärte Bürger ständig stellen und sie richtet sich mit großer Wucht gegen die Klimaskeptiker, die zum großen Teil außerhalb jeder seriösen wissenschaftlichen Diskussion stehen. Mojib Latif, der international bekannte Klimaforscher, hat hier bei uns, im Meitnerforum, vor kurzem festgestellt:
Es gibt keinen einzigen Artikel von Klimaskeptikern der in einer seriösen Wissenschaftlichen Zeitschrift der Welt veröffentlicht wird.
Ihre breite Berücksichtigung in der Medienöffentlichkeit ist anders zu erklären.
Wer sich anschaut, wie jahrzehntelang Propaganda zu den angeblich völlig sicheren Kernkraftwerken verbreitet werden konnte, und nun liest, wie die Fukushima-Besitzer den japanischen Steuerzahler für die entstandene Strahlung heranziehen wollen, der bekommt letzte Gewissheit darüber, dass es den großen Konzernen bislang vor allem darum ging, ihr Geschäftsmodell nicht durch dezentrale Energieerzeugung in Frage stellen zu lassen.
Dazu erfindet man eben auch absurde Verschwörungstheorien, mit weltweit verschworenen Klimaforschern.
III a. (Nassim):
Man kann sich über Apokalypse, Sünde und Reue unterhalten,
aber: Es gibt auch eine frohe Botschaft!
Luther soll den berühmten Vorsatz formuliert haben:
„Auch wenn die Welt morgen zugrunde ginge, würde ich heute einen Apfelbaum pflanzen“.
Das heißt:
Auch wenn wir mitten in einem modernen Babylon leben, in dem die Leute auf asphaltierten Straßen inzwischen wieder immer größere, allradgetriebene Autos fahren - inzwischen sogar mit grünem Label als Ablasszeichen –
können wir an das Positive glauben, uns selber richtig verhalten.
Wenn wir ein neues Auto kaufen, dann wenigstens eines, das weniger als 100g pro Kilometer Kohlendioxid ausstößt.
Wenn wir reisen wollen, dann wenigstens die Exotik in der Nähe aufsuchen.
Wenn wir Bewegungsmangel haben, dann wenigstens regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit, zum Einkaufen usw. fahren.
Wenn wir mal Schulräume als zu kalt erleben, dann klagen wir nicht Klimaschützer an, sondern wissen, dass die zu geringe Steuerbarkeit der Heizung aus der Zeit stammt, in der über Heizungsverschwendung viel zu wenig nachgedacht wurde – ähnlich wie die in diesem Winter wieder zu erwartenden geschmolzenen Flächen auf dem Schulhof - unter denen die zu wenig isolierten Fernwärmeleitungen laufen.
I b: (Niklas):
Lise Meitner, die Namensgeberin unsere Schule, hat sich in ihrem Leben strenge Disziplin verordnet, sonst wäre sie nicht die zweite Physikprofessorin, die Deutschland angestellt hat, sondern nach dem Wunsch ihrer Eltern, Volksschullehrerin geworden.
Sie konvertierte zur evangelischen Konfession, hat mit Sicherheit die theologischen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung, und die Kardinal-Tugenden: Tapferkeit, Gerechtigkeit, Klugheit und Mäßigkeit. als positiven Inhalt ihres Lebens empfunden.
II b: (Sebastian) :
Wenn man bedenkt, dass die derzeitige Menschheit die Lebensentfaltung zukünftiger möglicher Millionen Generationen aufs Spiel setzt, kann man sich vorstellen, dass wir heute genau diese sieben Tugenden benötigen, um diese Lebensentfaltung möglich zu machen.
Daher danken wir der Nordelbischen Kirche für diese Ausstellung, die unsere Schule in ihrem Bemühen unterstützt, sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen. (Für Applaus eine Pause, falls kein Applaus Aufforderung: „Bitte einen Applaus!“).
III b: (Nassim):
Wir fordern unsere Mitschüler und auch die Erwachsenen auf, sich mit dieser Ausstellung gründlich zu beschäftigen.
Wir wünschen uns, dass möglichst viele an das Positive der Weltentwicklung glauben, diese Hoffnung nicht fallen lassen, sich mit Liebe den Schönheiten und Wundern dieser Welt zuwenden, sich tapfer gegen die Resignation und Glücksverheißungen durch sinnlosen Konsum wenden, sich für Klimagerechtigkeit in der Welt einzusetzen.
Dies alles mit Klugheit und Umsicht.
Sieben Tugenden, sieben Schöpfungstage, sieben Wochentage, sieben scheint eine ganz besondere Zahl für unsere Welt zu sein.
Warum heißt die Ausstellung dann „Der Achte Tag“? Das scheint ein Geheimnis zu sein, das die Presseerklärung nicht gelüftet hat….
Ic: (Niklas):
….das wir nun auch nicht lüften wollen, dies überlassen wir Ihren Recherchen. Wir wünschen Ihnen viel Neugier während der Ausstellung….
II b.: (Sebastian):
….eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit ….
III c: (Nassim):
…und klimagerechte Vorsätze für das Neue Jahr.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!