Nordelbische Kirche
Klimakampagne
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24103 Kiel
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Jetzt wurde es zum ersten Mal konkret: Das neue Klimaschutz-Projekt des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg und der Gemeindediakonie, „Kirche öko plus“, hat seinen offiziellen Auftakt gefeiert. Etwa 50 Projektteilnehmende und Referenten trafen sich am 4. November in der Lübecker Kirchenkanzlei, um mit Vorträgen und Workshops gezielt Themen anzugehen und mögliche Maßnahmen ihrer Einrichtungen gemeinsam anzudenken. „Es ist toll, dass die Resonanz in Lübeck und Lauenburg etwa gleich groß war“, freut sich Projektleiterin Andrea Balke. Viele Kirchengemeinden von Lübeck-Buntekuh bis Basthorst waren vertreten.
Die Teilnehmer des Projektes repräsentieren eine Auswahl der unterschiedlichen Einrichtungen des Kirchenkreises. Neben mehreren Kirchengemeinden machen beispielsweise vier Evangelische Kindertagesstätten aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg und Lübeck mit, außerdem das Evangelische Frauenwerk und die Seniorenakademie Lübeck. Die Verwaltungen des Kirchenkreises, des Diakonischen Werkes im Herzogtum Lauenburg und der Gemeindediakonie Lübeck sind ebenfalls dabei. Damit sind elf von 12 Piloteinrichtungen des Projekts schon fest im Boot. Ab 2012 wollen sie, begleitet von Andrea Balke, ihre Maßnahmenpläne erstellen und umsetzen.
Vieles ist bereits auf den Weg gebracht. Kirchenkreis und Gemeindediakonie beziehen seit 2009 bzw. 2011 Ökostrom, haben Dienstfahrräder angeschafft, kaufen fairen Kaffee ein. Ökofaire Beschaffung, eine ganzheitliche Prüfung von Verbrauchsmitteln, Energie und Büromaterialien oder ökofaires Catering sind neue Themen, die im Rahmen von „Kirche öko plus“ bearbeitet werden sollen. Die Kirchengemeinde Breitenfelde hat in verschiedenen Gebäuden für Heizungssanierungen und Isolierungen sowie ein Blockheizkraftwerk gesorgt, dies will sie weiter fortführen. Die Evangelische Kindertagesstätte Irgendwie Anders in Lübeck will sich näher mit den Aspekten Mülltrennung und Energiesparen beschäftigen und auch die Kinder aktiv in die Projektarbeit mit einbeziehen. Im Petriforum in Ratzeburg sollen ökofaire Beschaffung, Mobilität sowie Bürogeräte und deren Auswirkungen auf die Gesundheit in Zukunft eine größere Rolle spielen. Ein großes Ziel ist ein Energiepass für das Gebäude. Viele weitere Beispiele stellten die Teilnehmenden in ihren ausgehängten „Steckbriefen“ vor.
Wie umfassend das Thema Klimaschutz ist, hatte Diakoniepastor Kai Gusek von der Gemeindediakonie Lübeck bereits in seiner Begrüßung plastisch gemacht. Abwechselnd hielt er Nahrungsmittel und Gegenstände hoch, die aufgrund ihrer Klimabilanz oder fragwürdiger Produktionsbedingungen in der Diskussion stehen. Ob Schokolade, Spielzeug, Mineralwasser, Papier oder Reinigungsmittel – immer stellt sich die Frage nach den Transportwegen des Produkts, ob es fair gehandelt ist, giftige Schadstoffe ausdünstet und wie viel CO2 die Herstellung produziert hat. „Sind Holzbleistifte wirklich besser als Plastik? Ich weiß es nicht“, so Gusek. „Klimaschutz bedeutet auch, sich für mehr Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen“, betonte er. „All das wollen wir nun lernen.“
Bei diesem Lernprozess hilft die Klimakampagne der Nordelbischen Kirche, „Kirche für Klima“. Deren Leiter, Pastor Jan Christensen, war mit Zug und Elektrofahrrad (Pedelec) aus Kiel angereist. Ausführlich und anschaulich stellte er die verschiedenen Aspekte und Aktionen der Kampagne vor. Auch über die weltweiten dramatischen Auswirkungen der Klimaveränderung erfuhren die Zuhörer viel. Christensens Fazit: „Es sieht nicht gut aus, aber ich will Ihnen Mut machen.“ Später leitete er den Workshop „Zukunftsfähige Mobilität“.
Das Pedelec mit „Kirche für Klima“-Aufdruck stellte Christensen den interessierten Veranstaltungsteilnehmern gleich für Testfahrten vor der Tür zur Verfügung. „Ist ja toll“, schwärmte unter anderem Thorsten Plath von der Bauabteilung, nachdem er ein paar Runden gedreht hatte.
Weitere Workshop-Angebote an diesem Tag waren „Klimabewusst heizen“ (Hauke Harder, Eta-Energietechnik), „Ökofairer Handel“ (Silke Mählenhoff, Weltladen Lübeck), „Abfalltrennung und Entsorgung“ (Andrea Ohm, Entsorgungsbetriebe Lübeck) sowie „Energiesparen“ (Christian Scholz, Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein). Vor allem letzteres stieß bei den Kirchengemeinden auf großes Interesse. Denn gerade das Beheizen von älteren Kirchengebäuden ist oftmals ein Energiefresser.
Wer als Einrichtung noch mitmachen will, kann sich bei Andrea Balke melden:
Telefon 0451/ 7902-164, balke@gemeindediakonie-luebeck.de