Kirche für Klima – Die Klimakampagne der Nordelbischen Kirche

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Nordelbische Kirche
Klimakampagne
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Erste Fachtagung rund um öko-faire Beschaffung: Ökologisch und sozial fair einkaufen

**Am 5. April 2011 fand im Kirchenkreis Plön Segeberg der erste Fachtag rund um die öko-faire Beschaffung in Kirche und Diakonie statt. **

Die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachtages brachten zum Teil Erfahrungen mit Produkten aus dem Fairen Handel mit. Was aber genau das FLP Siegel für Fair gehandelte Blumen oder das Siegel für Faire Grabsteine bedeuten, wurde ihnen im Rahmen dieser Tagung deutlicher. Das Recyclingpapier im Büro gehöre genauso wie der faire Kaffe in jeder Kirchengemeinde, in jeder diakonischen Einrichtung zur Grundausstattung, rief Gudrun Nolte-Wacker
Organisatorin und Moderatorin Gudrun Nolte-Wacker während der von ihr moderierten Tagung in Erinnerung. Nolte –Wacker (Brot für die Welt) hatte zusammen mit dem Nordelbischen Frauenwerk, der Kampagne Kirche für Klima, z u diesem Fachtag eingeladen.
In seiner theologischen Auslegung betonte Propst Matthias Petersen, dass innerhalb der Kirche das ethische im Gegensatz zum moralischen Handeln in den Blick genommen werden müsse. Denn, so Petersen: „Unsere Kirche kennt viele gute Absichtserklärungen. Viel Kluges wird gesagt zur Gerechtigkeitsfrage, zum Konziliaren Prozess. An der konkreten – vor allem der konsequenten – Praxis mangelt es in fast allen Gemeinden. Wenn es uns gelingen soll, den fairen Handel nicht nur neu zu beleben, sondern ihn gewissermaßen im Mainstream zu verankern – „Fair Trade Mainstreaming“ – dann müssen wir ihn hieb- und stichfest begründen. Bislang würde das Engagement mehr oder weniger moralisch begründet, mit Mitleid. Unser aller Handeln stütze sich auf eine Kultur der Betroffenheit. Diese reiche nicht aus, trage nicht weit. Laut Petersen sei die moralische Argumentation eine große Versuchung: „ Ich erreiche Betroffenheit. Ich erzeuge schlechtes Gewissen. Ich motiviere zum Handeln. Die Weltläden haben damit in den 80ger und 90ger Jahren eine Menge erreicht. Moral ist schnell veränderbar, Moral ist kein Kontinuum. Moral ist das comme il faut, das gehört sich eben so“. Dieses „comme il faut“ sei Schwankungen ausgesetzt, Veränderungen, denen wir als Menschen nicht schnell genug hinterherkämen. „Auch im Neuen Testament ist eine Menge Moral, zB: Das Weib sei dem Manne untertan, schweige in der Gemeinde, Verbot der Homosexualität, Kopftuch für Frauen im Gottesdienst. Moral ist nicht unwichtig, sie ist nicht verkehrt, irgendwie müssen wir unser Zusammenleben auch durch ungeschriebene Übereinkunft gestalten, aber Moral hat Grenzen. Sie ist auf Dauer nicht belastbar. Sie ändert sich, oft schnell, radikal, diametral.“ Ethisches Handeln sei, so Petersen, der Moral deutlich überlegen, sie sei allerdings anstrengender und schwieriger, denn sie setzt auf die Eigenverantwortung des Einzelnen, auf den mündigen Bürger und die mündige Bürgerin. Petersen regte an, eine theologisch reflektierte „Ethik des fairen Handels“ zu entwickeln. Petersen sagte, er sei der festen Überzeugung,“ dass Jesus Christus uns nicht nur im leidenden Nächsten, sondern auch in der leidenden Kreatur begegnet. Zumindest lässt der Apostel Paulus diesen Gedanken zu: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet.“ (Rm 8, 22). Im Leidenden Christus begegnen. Sich der Leidenden – auch der leidenden Kreatur! – darum annehmen: Um eben Christus zu begegnen! Das wäre eine tragfähige ethische Begründung.“
Den sog. christlichen Altruismus, der nur des anderen Wohl, nicht das eigene sieht, hält Petersen für ein geläufiges Missverständnis: „Der Mensch, der seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst – nicht weniger, aber auch nicht mehr! - der darf in dieser Nächstenliebe durchaus auch sein eigenes Wohlergehen erkennen.“ Mehr von dieser Art „aufgeklärtem Egoismus“ wünschte er den Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises. Nach einem harmonischen und intensivem Arbeitstag verabredeten Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich in einem halben Jahr wieder zu treffen. Gemeinsam wurden Ziele und Handlungswege besprochen wie der ökologisch und soziale faire Einkauf sich in der Kirche zur Vorreiterrolle ausbilden kann. (Micaela Morgenthum)