Nordelbische Kirche
Klimakampagne
Dänische Str. 21–35
24103 Kiel
Tel. 0431 97 97-993
Fax 0431 97 97-997
Die aktuelle Debatte um den Kraftsstoff E10 gibt der Unterschriften-Aktion „Wer will schon Hunger tanken?“ von „Brot für die Welt“ neue Aktualität.
E10 beeinflußt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschen in den Ländern des Südens.
Daher möchten wir Sie heute um Ihre Unterstützung dieser Unterschriftenaktion an die Bundesregierung bitten:
Ihre Stimme zählt! Hier klicken!
In der EU sollen seit Dezember 2010 nur noch als nachhaltig zertifizierte Agrotreibstoffe in den Tank kommen.
Dabei werden bisher aber nur Umweltkriterien berücksichtigt. Es gibt keine sozialen Kriterien, die verhindern, dass Menschen von ihrem Land vertrieben werden oder zu sklavenähnlichen Bedingungen auf den Plantagen arbeiten. So kann weder die EU noch die Bundesregierung sicherstellen, dass unsere Importe von Agrotreibstoffen den Hunger nicht vermehren. Wir fordern die Bundesregierung daher auf, sich für eine Aufnahme von Sozialkriterien in die EU-Richtlinie und die deutsche Nachhaltigkeitsverordnung einzusetzen. Unterstützen Sie uns und unsere Partner mit Ihrer Teilnahme an unserem Lobbybrief. Die Lobbybriefe werden am 16.10.2011, dem Welternährungstag, an Herrn Minister Röttgen und Herrn Minister Niebel übergeben.
Diese Klappkarte zur Unterschriftenaktion können Sie ab der kommenden Woche auch per Post von uns erhalten:
Art.-Nr. 129 500 310 Bestellung an: vertrieb@diakonie.de.
Presseinformation
Stuttgart, 8. März 2011
Agrokraftstoffe gefährden Ernährung
E10: „BROT FÜR DIE WELT“ FORDERT, QUOTE FÜR BEIMISCHUNG ZU ÜBERDENKEN
Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ warnt vor dem Hintergrund der Debatte um den Kraftstoff E10 davor, dass die hohen deutschen und europäischen Agrokraftstoffquoten den Welthandel mit Biomasse anheizen. Flächenkonkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln gefährdet die Ernährungsgrundlagen in armen Ländern, heißt es weiter. „Die Bruchlandung bei der Einführung des E10-Treibstoffs muss als Gelegenheit genutzt werden, die Gesamtquote für die Beimischung zu hinterfragen“, betont Klaus Seitz, Leiter der Abteilung Politik und Kampagnen von „Brot für die Welt“.
Schon die heute festgesetzte Quote von 6,25 Prozent könne nur mit Importen aus Entwicklungsländern erreicht werden, die mit erheblichen sozialen und ökologischen Risiken behaftet sind, erläutert Seitz.
Die hohen deutschen und europäischen Agrokraftstoffquoten heizen nach Ansicht von „Brot für die Welt“ den Welthandel mit Biomasse an. Wie ein Flächenbrand dehnen sich diese Monokulturen in Afrika, Asien und Lateinamerika weiter aus und verhindern notwendige Agrarreformen, vertreiben bäuerliche Familien und rauben Indigenen die Lebensgrundlage. Dies gilt sowohl für den Anbau von Zuckerrohr für die Ethanolherstellung, als auch für Sojabohnen und Ölpalmen für Biodiesel. Die neue Flächenkonkurrenz führt zu Landgrabbing durch Konzerne und gefährdet die Ernährungssicherheit der Menschen, kritisiert das evangelische Hilfswerk.
Seit Herbst 2010 werden in evangelischen Kirchengemeinden Postkarten an die Bundesregierung unterschrieben. „Niemand will Hunger tanken“, lautet die zentrale Forderung der Aktion von „Brot für die Welt“. Die Nachhaltigkeitsverordnung der EU muss nachgebessert werden, damit ausgeschlossen werden kann, dass in Folge der Nutzung von Ackerflächen für den Anbau von Energiepflanzen immer mehr Menschen Hunger leiden, heißt es weiter.
„Statt weiter über politische Maßnahmen zur Erfüllung politisch festgesetzter Beimischungsquoten zu diskutieren, sollte darüber nachgedacht werden, wie der immense und wachsende Energiehunger im Norden reduziert werden kann“, fordert Seitz. Ein Umsteuern sei dringend notwendig, sonst würde die Menge an fossilen Treibstoffen nicht absolut gesenkt. Bei diesem „Business as usual“- Ansatz dienten Agrotreibstoffe nur dazu, den wachsenden Verbrauch abzufedern. Damit sei weder dem Klima genutzt, noch würde man den drängenden Problemen unserer Zeit, wie der Welternährung, der Beseitigung der Energiearmut in Entwicklungsländern, Klimaschutz und Erhalt der Artenvielfalt gerecht.
Für Rückfragen: Rainer Lang, Tel. 0711 2159-147 oder 0174 313 56 51