Kirche für Klima – Die Klimakampagne der Nordelbischen Kirche

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„Denkmalschutz ist Klimaschutz“ - Positionspapier 2011

Mit dem Appell „Baudenkmäler fördern und klimafit machen“ forderten im Mai 2010 Organisationen aus dem Bereich Architektur und Denkmalschutz, Baudenkmäler in den KFW-Programmen der Bundesregierung zur Energieeffizienz gezielt zu fördern.
Das Bündnis fordert nun – zehn Jahre nach Auflage der KfW-Programme – ein neues KfW-Programm „Effizienz-Denkmal“ einzurichten.
Dabei sollten die im bestehenden Programm „Energieeffizient Sanieren“ geregelten Ausnahmetatbestände für Denkmäler abgeschafft und gleichzeitig das Förderprogramm unter Einbindung einer bei Fachverbänden und - behörden anerkannten unab-hängigen Institution kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Neues KfW-Programm „Effizienz-Denkmal“ einrichten!
Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm ist mit rund 1,3 Milliarden Euro/2011 eines der größten Förderprogramme der Bundesregierung. In Anlehnung an Neubaukriterien werden größere Effizienzstandards hier höher gefördert.
Denkmäler machen ca. 3 % des Gebäudebestandes aus. Das Bündnis fordert, zukünf-tig mindestens 3% der KfW Mittel für die energetische Sanierung von Baudenkmälern einzusetzen. Die Förderung sollte sich nicht an dem Standard der Energieeffizienz ausrichten, sondern an den prozentualen Einsparwerten gemessen am Status quo die tatsächlichen Kosten der Maßnahme, die für jeden Einzelfall geeignet scheint, berücksichtigen und insbesondere die vorbereitende gutachterliche Untersuchung ausreichend fördern.

„Ausnahmetatbestand Denkmal“ abschaffen !
Von der bestehenden Ausnahmeregelung für Baudenkmäler im Programm „Energieeffizient Sanieren“ wurde bislang kaum Gebrauch gemacht. In den Jahren 2007 bis 2010 sind nur 35 Ausnahmeanträge eingereicht worden - bei einem Denkmalbestand von rund einer Million!
Diese geringe Anzahl an Anträgen hat nichts damit zu tun, dass Denkmalbesitzer kein Interesse an Fördermitteln hätten. Vielmehr steht die Aussicht auf eine gering verbesserte Förderung in keinem Verhältnis zu dem erheblichen bürokratischen Aufwand. Die Besonderheiten im Umgang mit Baudenkmälern bedürfen einer spezifischen Förderprogrammatik. Das Bündnis fordert daher die Auflage eines Programms „Effizienz Denkmal“.

Kompetenz der Deutschen Energie Agentur überprüfen !
Mit der Ausführung der CO2 Gebäudesanierungsprogramme hat die Bundesregierung die Deutsche Energie Agentur GmbH, dena, beauftragt. Der von der dena aufgelegte Leitfaden „Energieeinsparung und Denkmalschutz“, der die Ausnahmeregelungen im Programm „Energieeffizient Sanieren“ beschreibt, wurde ohne Abstimmung mit Denkmalschutzorganisationen entwickelt und wegen vielfältiger fachlicher Mängel sowie einer überwiegend schlagwortartigen Typisierung von nahezu allen Fachverbänden abgelehnt.
Ebenfalls ohne denkmalfachliche Beteiligung wurden die von der dena als Beleg ihrer Kompetenz angeführten Modellprojekte „Niedrigenergiehaus im Bestand“ durchgeführt. Aus Sicht der Denkmalfachorganisationen hat sich die dena GmbH in Denkmalbelan-gen als nicht geeignet erwiesen. Der Bund sollte die Kompetenz der dena für die Beurteilung von Baudenkmälern überprüfen. In diesem Zusammenhang sieht es das Bündnis als unverzichtbar an, Energieberater in der Denkmalpflege zu qualifizieren und zu zertifizieren.

Förderprogramme kontinuierlich weiter entwickeln !
Eine beratende Institution sollte beauftragt werden, das Förderprogramm kontinuierlich weiterzuentwickeln. Hierzu zählen die Überprüfung, inwieweit die Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes als För-derkriterium bewertet werden kann, die Erarbeitung von Vorschlägen, inwieweit auch Quartierslösungen in die Förderungen einbezogen und inwieweit Synergieeffekte zu weiteren Förderprogrammen, wie z.B. der Städte-bauförderung, hergestellt werden können.

Das Positionspapier wird getragen von:
Bundesarchitektenkammer, Bund Deutscher Architekten, Bund Heimat und Umwelt in Deutschland, Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung, Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Europa Nostra Deutschland,
Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz, ICOMOS Deutschland,
Vereinigung der Landesdenkmalpfleger, Wissenschaftlich - Techn. Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung u. Denkmalpflege Deutschland e.V. WTA-D
Ansprechpartner:
Dr. Andrea Pufke, Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz, Graurheindorfer Straße 198, 53117 Bonn, 0228 99 681 3554, andrea.pufke@bkm.bund.de