Kirche für Klima – Die Klimakampagne der Nordelbischen Kirche

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Nordelbische Kirche
Klimakampagne
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Themensynode 2012 in Planung: Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

(Rendsburg) - Am Sonnabend-Vormittag (20. Nov.) hat der Bischofsbevollmächtigte Gothart Magaard eine Themensynode zu Klimagerechtigkeit und -schutz in die Nordelbische Synode eingebracht.

Ziel ist es, auf der letzten Nordelbischen Synode – vor dem Start der Nordkirche, Pfingsten 2012 – richtungsweisende Vorschläge für den Klimaschutz in die zukünftige Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland zu machen.

„Der globale Klimawandel stellt die größte Herausforderung für die Menschheit im 21. Jahrhundert dar“, sagte Gothart Magaard in seiner Ansprache an die Synodalen. In den letzten zehn Jahren habe sich der Konsens in der Wissenschaft gefestigt, dass die Menschheit durch die Emission von Treibhausgasen wesentlich zu den aktuell zu beobachtenden und zukünftig zu erwartenden Veränderungen der natürlichen Systeme beitrage. Dies werde unter anderem in diesjährigen Naturkatastrophen wie den Überflutungen in Pakistan oder der Hitzeperiode in Russland mit den Wald- und Torfbränden augenfällig.

„Bei der Eröffnung der nordelbischen Klimakampagne im Juni dieses Jahres in Breklum berichtete Reverent Baranite Kirata von Protestant church of Kiribati im Pazifik, dass es Wassermassen von biblischem Ausmaß gewesen wären, die zu Glaubenszweifeln geführt hätten“, so Gothart Magaard. Die Christinnen und Christen hätten die Vermutung angestellt, dass Gottes Zusage, die Menschheit nie wieder mit einer Sinnflut zu strafen, nicht mehr gelte. Es werde deutlich, dass die dramatische Veränderung von Lebensbedingungen manchmal auch eine geistliche Not und eine Anfrage an den Glauben bedeute.

Der Bischofsbevollmächtigte Magaard ging in der Einbringung der Klima-Themensynode außerdem auf eine Veranstaltung mit dem Globetrotter Arved Fuchs ein, die kürzlich in Bad Bramstedt statt fand. Der Polarreisen erfahrene Fuchs habe über gravierende Veränderungen der arktischen Region seit 2002 berichtet. Das Polarmeer sei zum Ziel wirtschaftlicher Interessen geworden. Er verwies darauf, dass sowohl die Nord-West- als auch die Nord-Ost-Passage seit 2005 eisfrei seien.

„Der Klimawandel“, so Gothart Magaard, „zwingt uns tiefer nachzudenken und nach den Grundlagen unseres Glaubens neu zu fragen.“ Kirche müsse nach Lösungen und Alternativen suchen, damit der Energieverbrauch verringert und auf nicht-fossile Energieträger umgestellt werde. Mit diesen Aspekten beschäftigte sich auch die nordelbische Kampagne „Kirche für Klima“.

In seiner Rede an die Synodalen berichtete der Bischofsbevollmächtige Magaard, dass die Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche nach dem Beschluss vom 31. März 2009 nicht nur diese Kampagne beschlossen, sondern auch eine Themensynode angeregt habe. Weiter sagte er: „Es ist ein würdiger Abschluss für die Nordelbische Synode, wenn sie sich auf ihrer letzten Sitzung im März 2012 mit eben dieser Themensynode verabschiedet und der kommenden Nordkirche eine Wegweisung gibt.“

Die Nordelbische Kirche stelle sich in ihre eigene Tradition der Themensynoden zur Bewahrung der Schöpfung. Zuletzt habe sich die Nordelbische Synode thematisch mit diesem Thema im Jahr 1989 beschäftigt. „Energiepolitisch hat die Nordelbische Synode sich in diesem Jahr deutlich in der Frage der Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken und der Endlagerung positioniert und damit auch Positionen der EKD-Synode aufgenommen“, so der Bischofsbevollmächtigte. Die Themensynode zu Klimagerechtigkeit und -schutz habe auch die Aufgabe, eine Zwischenbilanz der Klimakampagne zu ziehen. Ein schöpfungstheologisches Symposium im Januar 2012 werde dafür Anregungen bringen. „Im März 2012 werden die Ergebnisse in einem so genannten „integrierten Klimakonzept“ mit einer Langzeitvision bis zum Jahr 2050 - voraussichtlich in Kooperation mit der Universität Flensburg - vorgestellt“, sagte Gothart Magaard. So könne Kirche der Gesellschaft ein Beispiel für langfristig verantwortetes Denken und Handeln geben.

(nek)